Potsdam, 29.11.2007 Bilanz Volkspark und Lustgarten 2007

Glänzende Bilanz - trübe Aussichten

Volkspark Potsdam 2007 mit neuem Besucherrekord - schon wieder sinkender Zuschuss für 2008 gefährdet ordentliche Bewirtschaftung

Die Geschäftsbesorgerin der Stadt, die Entwicklungsträger Bornstedter Feld GmbH, kann auf das erfolgreichste Bewirtschaftungsjahr seit der Übernahme des Volkspark Potsdam und des Neuen Lustgartens zurückblicken. „Mit voraussichtlich 330.000 Besuchern werden wir das letztjährige Rekordergebnis im Volkspark nochmals um fast 10% toppen können", sagte der Geschäftsführer des Entwicklungsträgers, Horst Müller-Zinsius. „Der Volkspark ist damit als Ausflugsziel und wichtige touristische Attraktion Potsdams voll etabliert", hob Müller-Zinsius hervor.

Für die Steigerung der Besucherzahlen ist vor allem das erfolgreiche Veranstaltungs­programm verantwortlich. Mit 91.000 Veranstaltungsbesuchern konnte das Spitzenergebnis von 2006 nochmals um 10% gesteigert werden. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die hervorragenden Wetterbedingungen bei der Potsdamer Feuerwerkersinfonie, dem Internationalen Drachenfest (16.000 Besucher) und auch beim Herbstfest (4.000 Besucher). Insbesondere die Feuerwerkersinfonie stieß dabei in neue Dimensionen vor: mit insgesamt 26.000 Besucher an beiden Abenden wurde erstmals die Kapazitätsgrenze des Geländes erreicht. Zudem waren die Feuerwerke von einer so hohen Qualität, wie man sie in den Vorjahren noch nicht erlebt hatte.

Auch das Ritterfest und der mittelalterliche Apfelmarkt haben sich mit fast 24.000 Besuchern auf einem erfreulichen Niveau im Volkspark etabliert. Neu im Reigen des Veranstaltungs­programms war das Wasserfest, das auf Anhieb genug Besucher fand, um es auch im kommenden Jahr weiter zu führen.

„Für den großen Erfolg in diesem Jahr gibt es drei Grunde: die Qualität der Veranstaltungen, deren über Jahre gewachsene Fangemeinde und das große Glück mit dem Wetter", sagte Müller-Zinsius. „Damit konnten wir unser wirtschaftliches Ergebnis auch erheblich verbessern: Die Einnahmen aus der Bewirtschaftung von Volkspark und Neuem Lustgarten werden in diesem Jahr etwas mehr als 600.000 Euro betragen. Das ist eine nochmalige Steigerung gegenüber 2006 um 25%", betonte Müller-Zinsius. „Dadurch haben wir einen Kostendeckungsgrad von 31% erreicht. Auch das ist ein neuer Rekord, der von den meisten anderen bewirtschafteten Parkanlagen in der Bundesrepublik wenn überhaupt, oft erst nach 15 Jahren erreicht wird. Dies ist besonders bemerkenswert angesichts der erneuten Reduzierung des städtischen Aufwands um 200.000 Euro in 2007 auf nunmehr 50% des ursprünglichen Haushaltsansatzes von 2002", unterstrich Müller-Zinsius.

„Umso schikanöser empfinden wir die 'schon' nach dreimonatiger Prüfung durch den Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen bei uns eingegangene Nachricht, dass die Stadt den Aufwand für die Bewirtschaftung von Volkspark und Lustgarten im kommenden Jahr erneut um weitere 200.000 Euro senken will, ohne konkret zu sagen, welche Aufwendungen im Wert von 200.000 Euro wir unterlassen sollen", sagte Müller-Zinsius. „Um mit diesem Budget 2008 einen ausgeglichenen Etat darzustellen, müssten wir sogar noch höhere Einnahmen aus den Besuchereintritten erzielen als im diesem Rekordjahr 2007", so Müller-Zinsius. „Allerdings ist das keine Grundlage für eine seriöse Planung. Wir werden deshalb verschiedene Varianten der Kompensation prüfen. So müssen wir u.a. möglicherweise den Parkeintritt oder bei Veranstaltungen die Eintrittspreise erhöhen. Ob das klug war, erfahren wir in einem Jahr. Auf der Ausgabenseite haben wir in den vergangenen Jahren jeglichen Verhandlungsspielraum bis zum Letzten ausgeknautscht, da gibt es keine Luft mehr", äußerte Müller-Zinsius.

Doch sollten die Aussichten nicht die glänzende Bilanz dieses Jahres trüben: Neben den hervorragenden Zahlen bei Eintritten und Einnahmen gelang es dem personell kleinen Volkspark-Team auch in 2007 wieder mit einer Vielzahl von lokalen Partnern bei der Veranstaltungsplanung zu kooperieren, wie z.B. mit der Barmer Ersatzkasse beim Walking Day, dem Landesmusikrat und den Potsdamer Kinder- und Jugendchören beim Chor- und Herbstfest, der Einbindung des Kinder- und Jugendzirkus Montelino in das Programm der Feuerwerkersinfonie und des Drachenfestes, den Potsdamer Cheerleadern beim Cheerleader Contest sowie einer Vielzahl von sonstigen Institutionen im Rahmen der Sportangebote und Führungen.

Auch die im vergangenen Jahr eingeführten Herbst- und Winterveranstaltungen waren überraschend gut besucht, so dass diese Reihe auch bis zum kommenden Frühjahr und auch im nächsten Herbst fortgesetzt wird. Für die Betreiber des Cafés und des Volksparks ist das ein ganz klarer Beweis dafür, dass es ein nicht zu unterschätzendes Interesse an familienorientierten Außenveranstaltungen in der kalten Jahreszeit gibt.

Auf große Resonanz stießen ebenfalls die vom Café im Park durchgeführten Veranstaltungen, wie „Lutsch den Winter" oder der regelmäßige Kindertrödelmarkt.

Ganz neu in diesem Jahr waren die Veranstaltungen, die auf dem im Dezember 2006 fertig gestellten Disc-Golf-Parcours stattfanden. So wurde neben verschiedenen regionalen und bundesweiten Wettkämpfen auch ein Wochenende lang ein Turnier der europäischen Master-Serie im Volkspark durchgeführt. Dieses Turnier zeigte, dass die Anlage zu den besten und attraktivsten in Deutschland gehört. Gerade auch von Anfängern aus der Stadt und der Region wird der Parcours rege genutzt.

Das Umweltbildungsangebot Grünes Klassenzimmer wurde in diesem Jahr von 163 Gruppen mit 3.400 Kindern wahrgenommen. Das Grüne Klassenzimmer ist damit eines der wichtigsten außerschulischen Bildungsangebote für Kinder. Potsdam bestreitet mit der Ausrichtung dieses Modellprojektes deutschlandweit eine Vorreiterrolle.


Der Ausblick auf das Angebot des Volksparks in 2008

Das Veranstaltungsprogramm wird auch 2008 in bewährter Form fortgesetzt. Die Großveranstaltungen finden an folgenden Terminen statt:

Gartenfest: 28. April 2008
Frühlingsfest: 01. Mai 2008
Ritterfest: 10.-12. Mai 2008
7. Potsdamer Feuerwerkersinfonie: 18./19. Juli 2008
Wasserfest: 31. August 2008
Mittelalterlicher Apfelmarkt: 03.-05. Oktober 2008
Chor- und Herbstfest: 12. Oktober 2008

Geprüft wird zur Zeit, ob sich ein Skateevent in Kooperation mit Vereinen und dem Rollsport- und Inlinerverband Brandenburg realisieren lässt.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen, in den besucherstärksten Monaten eine zweite temporäre Außengastronomie im Zentrum des Parks zu eröffnen.

Aufgrund der großen Nachfrage wird der Service am Infopavillon insbesondere im Bereich Verleih von Spiel und Sportartikeln ausgeweitet. Ab kommenden Frühjahr können zusätzlich Kettcars, Skateboards und mobile Spielstationen für Kindergruppen und Geburtstagsfeiern gegen Gebühr ausgeliehen werden.

Darüber hinaus ist geplant, das von den Besuchern stark bemängelte Leitsystem im Park zu optimieren. Neuanschaffungen, neue Angebote und Optimierungen würden jedoch dem an dieser Stelle nicht begründeten überraschenden städtischen Spareifer zum Opfer fallen.

„Jedenfalls werde ich nicht zusehen, wie sich meine Mitarbeiter an Sommerwochenenden selbst ausbeuten und fehlendes städtisches Engagement zusammenkellnern", betonte Müller-Zinsius.


Bilanz und Ausblick Neuer Lustgarten

Die Veranstaltungs- und Vermietungsbilanz des Jahres 2007 im Neuen Lustgarten fällt mit 28 Veranstaltungen an ca. 100 Nutzungstagen genauso positiv aus wie im Vorjahr. Schwerpunkt der Nutzungen waren wie in den vergangenen Jahren Messen, Märkte und Verkaufsveranstaltungen. Daneben fanden einzelne Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Feste statt. Das bisherige Nutzungsspektrum und die Anzahl der Nutzungstage sind gegenüber den Vorjahren unverändert.

Aufgrund der Knappheit an Stellplätzen an Schönwetterwochenenden in Kombination mit Veranstaltungstagen wird zur Zeit eine temporäre Erweiterung der Stellplatzanlage vorbereitet. Diese soll auf der brachliegende Vorhaltefläche für die ISES, die sich südlich der schon bestehenden Stellplätze befindet, entstehen. Geplant ist eine Inbetriebnahme der Erweiterungsfläche im Mai oder Juni kommenden Jahres, wenn auch hier die Stadt das Geld dazu hat.